Helle Freude herrschte bei den Schülerinnen und Schülern unserer 7. Klassen. Mit Beginn des zweiten Schulhalbjahres ist das Tablet-Projekt angelaufen und alle Siebtklässlerinnen und Siebtklässler haben jeweils ein Tablet überreicht bekommen. Das Gerät darf auch mit nach Hause genommen und dort für schulische Zwecke eingesetzt werden. Das SGT ist als eine von achtzehn Schulen in Baden-Württemberg für das vom Kultusministerium ausgeschriebene Projekt „Tablets an allgemein bildenden Gymnasien“ ausgewählt worden. Das Projekt sieht den verstärkten Einsatz der Geräte in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Geschichte vor. Dabei sollen aber Schulbücher und –hefte keinesfalls ersetzt werden. Die Tablets kommen ergänzend dann in Einsatz, wenn dies aus fachlichen, pädagogischen oder didaktischen Gründen sinnvoll erscheint.

Die Erfahrungen aus den ersten Unterrichtsstunden sind äußerst positiv und die unterrichtenden Lehrerinnen und Lehrer zeigen sich einig darin, dass der Gewinn durch die Tablets vor allem im Bereich des schülerzentrierten und produktorientierten Arbeitens liege. Gerade die Individualisierung und Differenzierung sei digital viel besser umzusetzen, da beispielsweise während des Unterrichtes jedem einzelnen Schüler leichter individuell passende Unterstützungsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden können. Durch die digitale Vernetzung verschiedenster Inhalte können Schüler leichter auf ihre jeweiligen Bedürfnisse zugeschnittene Übungen erhalten. Erklär- und Lernvideos oder fremdsprachliche Hörtexte kann jeder einzelne in seinem eigenen Tempo ansehen bzw. anhören. Der Lehrer kann schneller erkennen, wo es noch Defizite gibt. Die Unterrichtszeit kann sehr effektiv zum Üben verwendet werden.

Auch der Umgang mit Schülerprodukten kann sehr flexibel gestaltet werden. So lassen sich z.B. im Englischunterricht in Partnerarbeit Dialoge aufnehmen, die immer wieder modifiziert und verbessert werden können. „Dadurch, dass man die eigenen Texte immer wieder anhören kann, sind die Schüler enorm motiviert, diese zu perfektionieren“, berichtet Englischlehrer Simon Rott.

Die Geräte und die notwendige technische Infrastruktur wurden mit Projektmitteln des Kultusministeriums angeschafft und werden von der Schule administriert, was zur Folge hat, dass nur ausgewählte Apps und Inhalte zum Einsatz kommen. So soll das Tablet als nützliches Werkzeug wahrgenommen und der sinnvolle Umgang damit erlernt werden.

Einerseits bieten die Tablets für die medienaffinen Schüler einen hohen Motivationsgrad, sich mit Hilfe neuer Methoden mit Unterrichtsthemen auseinanderzusetzen, andererseits kann über eine gezielte Anleitung den Schülern Medienkompetenz vermittelt werden, so dass sie zu einem sinnvollen Umgang damit gelangen und darüber hinaus lernen, sich mit Quellen kritisch auseinanderzusetzen.

Die Schülerinnen und Schüler werden die Geräte mindestens bis zum Ende der Klasse 9 einsetzen. Die jetzige 6. Klasse wird im kommenden Schuljahr mit Tablets ausgestattet werden, eine Weiterführung in höheren Klassen sowie in weiteren Jahrgängen hängt von den Erfahrungen und den Möglichkeiten der Finanzierung ab.

Das Projekt wird von Wissenschaftlern der Universitäten Tübingen und Konstanz begleitet, welche in mehreren Studien den Erfolg und die Auswirkungen des Tableteinsatzes evaluieren. Somit werden die am Schwarzwald-Gymnasium gesammelten Erfahrungen wegweisend für die weitere Digitalisierung im Bildungsbereich sein.

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