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Ich weiß genau wo du bist – Dein Handy machts möglich
 

Geschrieben von Jonas Hiestand, am 10.02.2009 20:09

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Veröffentlicht in : Artikel, Welt


Vor gut einem Jahr war Jamba mal wieder kreativ und kurz darauf wurde man von der Handywerbung für den „Partner Tracker“ genervt. In dieser wurde einem beim Kauf des Programms versprochen, dass man damit den Standort jeder Person über deren Handy genau bestimmen kann. Leute, die um ihre Privatsphäre fürchteten, wurden dann aber schon bald beruhigt: Mit dem „Partner Tracker“ konnte man in Wirklichkeit niemanden lokalisieren, höchstens so tun als ob und seine Freunde damit verarschen. Mehr als ein paar animierte Bilder bekam man nämlich nicht. Irgendwo in der Werbung war auch tatsächlich das Wort „Fun-Applikation“ zu finden, das Ganze war also nur ein „Spaß“, wenn auch ein ziemlich teurer.
 
Nach einiger Zeit füllten Viva und Mtv ihre Werbeblöcke mit einem neuen Clip, der jetzt für „Mobile Spy“ warb. Dieses Programm versprach im Prinzip genau das Gleiche, allerdings stand hier nun in großen Buchstaben „garantiert keine Fun-Software“ dabei.
Auch im Internet tauchen zurzeit immer häufiger Werbefenster auf, die auf Seiten verlinken, die immer ähnliches behaupten: „Finde deinen Partner (oder Freunde oder Mitarbeiter oder sonst jemanden) über dessen Handynummer – wann und wo du willst“. Sogar Google stellte vor kurzem mit „Latitude“ einen solchen Service vor. Und tatsächlich, in diesem Fall können diese Programme den Standort anderer Handys, und somit dann auch den deren Besitzer, bestimmen.
Kann also jeder, der meine Handynummer hat, jederzeit sehen, wo ich mich gerade befinde?
Das ist zum Glück nicht der Fall.
Die Ortung eines Handys darf in Deutschland nur unter einer der folgenden zwei Bedingungen durchgeführt werden: Entweder liegt ein richterlicher Beschluss vor, was aber in diesem Fall wohl mehr als unwahrscheinlich ist. Oder es gibt eine schriftliche Einverständniserklärung der zu ortenden Person. An diese zweite Regel haben sich alle Anbieter solcher Programme zu halten, allerdings ist sie etwas schwammig. Klar ist jedenfalls: Wer eine Ortung durchführt, ohne dass der andere zuvor zugestimmt hat, macht sich strafbar.
 
Nutzt man also einen solchen Dienst, wird der andere für gewöhnlich benachrichtigt und muss dann per SMS seine Einwilligung geben. Was also diverse Versprechungen der Anbieter, seine Freunde heimlich zu beobachten oder den Partner beim Fremdgehen zu erwischen, ziemlich sinnlos erscheinen lässt.
Dennoch ist das ganze sehr zweifelhaft. Bei manchen Angeboten genügt es, das Handy einmal freizuschalten. Daraufhin kann man es dann jederzeit orten. Wie will man aber feststellen, ob diese Nachricht tatsächlich vom Besitzer stammt? Allerdings ist dieses Verfahren rechtlich doch schon sehr im grauen Bereich.
In vielen Fällen kostet dann jede einzelne Ortung auch noch etwas, selbst wenn sie nicht funktioniert. Ganz abgesehen von den üblichen Verträgen, die man dabei meist auch noch abschließt.
 
Es tritt jedoch noch ein weiteres Problem auf: Die angebotenen exakten Ortungen sind nämlich ein sehr dehnbarer Begriff. Grundsätzlich ist eine Genauigkeit von weniger als hundert Metern nicht möglich, auf dem Land kann die Abweichung sogar mehrere Kilometer betragen (siehe Kasten unten). Eine genauere Bestimmung als das Stadtviertel oder der Ortsteil ist also gar nicht möglich. Dies wird aber in solchen Werbungen irgendwie selten erwähnt.
 
Ausspionieren ist also auf diesem Weg im Prinzip nicht möglich.
Es gibt jedoch auch viele kostengünstige Programme, die wesentlich sinnvollere Dienste anbieten. So wird einem zum Beispiel angeboten, sein Handy bei Verlust wieder zu orten oder eine Lokalisierung eines Unfallopfers über dessen Handy. Doch so nützlich diese Ideen auch sind, man muss zuvor immer sein Mobiltelefon beim entsprechenden Anbieter anmelden, was die Vertrauensfrage hinsichtlich Datenschutz wieder mit sich bringt – und Betrüger gibts im World Wide Web leider auch.
 
Wenn es aber eine neue Idee gibt, darf einer natürlich nicht fehlen und will auch was vom Kuchen abhaben: Google.
Über den kürzlich erschienenen Service Google Latitude kann man sich anmelden und Freunde einladen. Man sieht dann auf Google Maps, wer gerade in der Nähe ist. Dabei kann man angeben, wie genau der Standort angegeben werden soll und wer diese Daten sehen kann.
Wer aber darauf wert legt, dass sein Freundeskreis jederzeit weiß wo man gerade ist, will sich mir noch nicht ganz erschließen. Aber in einer Internetwelt, in der ja jeder mit den eigenen Daten nur so um sich schleudert und Privatsphäre sowieso keinen Wert mehr hat, dürfte es vermutlich kein Problem sein, solche Leute zu finden.


Bild: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:GSM_base_station_2.JPG
Handyortung, so funktionierts:

Anders als GPS, das seine Daten über Satelliten erhält, erfolgt die Standortbestimmung des Handys über den nächststehenden Sendemasten, dem sogenannten GSM-Netz. Jeder dieser Sendemasten deckt einen bestimmten Bereich ab (die sogenannten Mobilfunkzelle) und kommuniziert mit den Handys in diesem. Dann funkt er an den Netzbetreiber weiter, welche Handys sich gerade in seinem Bereich befinden.  Mit den Koordinaten des Sendemastens und dessen Reichweite lässt sich also die ungefähre Position des Handys bestimmen.
Die Genauigkeit der Ortung hängt allerdings von der Größe der Mobilfunkzelle ab. Je nach Häufigkeit der Masten in einem Gebiet ist diese unterschiedlich groß. In Bereichen mit vielen Handys, wie in Städten, sind diese also kleiner und liegen bei einigen hundert Metern. In ländlichen Gegenden mit wenigen Sendemasten sind sie dagegen mehrere Kilometer groß.

Letztes Update : 24.02.2009 09:31

   

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intressanter Artikel

Geschrieben von: Ruben () am 08.03.2009 20:53

intressanter Artikel

Geschrieben von: Ruben am 08.03.2009 20:53

der Artikel, da muss ich dem Hummi recht geben ist wirklich gut geschrieben.  
Zu den Möglichkeiten: also dieses Latitude funktioniert über GPS. Das funktioniert dann grob gesagt so: zu ortendes Handy sendet ein Signal an 4 GPS-Satelliten gleichzeitig. Anhand von der Zeit, die vergeht, die eines dieser Signale von der Erde zu den Satelliten braucht und wieder zurück, kann man die Entfernung von den Satelliten zum Handy bestimmen. Da jeder Satellit unterschiedliche Entfernungen errechnet, kann man dann die Position des Handys bestimmen. Und das weitaus genauer, als auf ein paar Hundert Meter

 

ja, aber...

Geschrieben von: Hummi () am 11.02.2009 07:20

ja, aber...

Geschrieben von: Hummi am 11.02.2009 07:20

erstmal ein lob: gut geschriebener Artikel und noch dazu ein aktuelles Thema, vor allem der Schutz der privatsphäre etc. 
Aber die Aussage, das "eine Genauigkeit von weniger als hundert Metern nicht möglich" ist stimmt so nicht, da man z.B. mit erwähntem Google Latitude die Position auch per GPS (sofern vom handy unterstützt) bestimmen kann, was eine wesentlich höhere Genauigkeit zulässt. 
Dies ändert aber nix daran, das mir meine privatsphäre wichtiger ist als das alle wissen wo ich bin ;)

 

nett^^

Geschrieben von: Speckle () am 10.02.2009 20:44

nett^^

Geschrieben von: Speckle am 10.02.2009 20:44

schick schick^^

 

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