| Geschrieben von Felix Fehrenbach,
am 07.03.2009 22:30
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Veröffentlicht in : Artikel, Welt |
Ich würde dringend dazu raten, das Lernen zu lernen und vor allen Dingen dort zu lernen wo man Freude daran hat. Dann ist der Lernerfolg meistens am Größten. Herr Dr. Gallus Strobel ist seit ein paar Jahren Bürgermeister unserer Stadt Triberg. Er ist nicht nur durch seine Kinder, die unsere Schule besuchen, sondern auch durch seine Tätigkeit mit dem Schwarzwald-Gymnasium verbunden und gibt uns in folgendem Interview interessante Einblicke über die Chancen der nächsten Abiturienten und über die Pisa Studie. Selbstverständlich wurde er auch über seine eigene Schulzeit befragt - aber seht selbst!
Das Interview führte Felix Fehrenbach
360Grad: Herr Strobel, wie haben Sie ihre Schulzeit empfunden?
Strobel: Ich war immer sehr neugierig und habe mich deshalb immer darauf gefreut, Neues zu lernen. Meine Lernmotivation war dabei immer auch etwas vom betreffenden Lehrer abhängig. Aber ich hatte viele sehr gute Lehrer.
360Grad: Würden Sie denn auch wieder auf die Schule gehen, mit diesen Lehrern?
Strobel: Ja das würde ich sehr gerne, vor allem aber, weil ich dann wieder jung wäre!
360Grad: Was hat Ihnen denn, abgesehen von den guten Lehrern, in der Schule am Besten gefallen?
Strobel: Die Erziehung zu selbständigem Denken empfand ich als sehr positiv.
360Grad: Und was hat Ihnen gar nicht gefallen?
Strobel: Stupide Rechthaberei
360Grad: Was war Ihre Stärke in der Schule?
Strobel: Mathematik und Naturwissenschaften
360Grad: Was war mit Politik, beziehungsweise mit Gemeinschaftskunde? Auch bevorzugte Fächer von Ihnen?
Strobel: Ja, wobei ein Bürgermeister ja nicht Politiker ist, sondern „Bürgermeister“. Die Kontrolle durch die Bürgerinnen und Bürger ist wesentlich intensiver als bei abgehobenen Politikern.
360Grad: Was würden Sie einem Schüler/in raten, wie er die Schulzeit angehen sollte?
Strobel: Ich würde dringend dazu raten, das Lernen zu lernen und vor allen Dingen dort zu lernen wo man Freude daran hat. Dann ist der Lernerfolg meistens am Größten.
360Grad: Und welche Chancen sehen Sie für die Abiturienten in den nächsten Jahren?
Strobel: Nach wie vor gibt es für Abiturienten hervorragende Zukunftschancen. Man denke nur daran, wie viele Ingenieure händeringend gesucht werden, auch in den Naturwissenschaften gibt es viele Möglichkeiten, ebenso in der Juristerei.
360Grad: Was halten Sie vom deutschen Schulsystem? Muss es reformiert werden?
Strobel: Wir wissen ja, dass Deutschland über Jahre und Jahrzehnte Exportweltmeister war. Dies wurde mit dem traditionellen Schulsystem erreicht. Wieso muss man es reformieren? Viele Reformen wurden nur der Reform wegen gemacht und hatten eben den Vorteil, dass es Beförderungen für diejenigen gab, die die Reformen vorantrieben.
360Grad: Aber das Abschneiden bei der Pisa-Studie war doch nicht wirklich gut oder?
Strobel: Nein, das Abschneiden der deutschen Schüler bei der PISA-Studie ist bemerkenswert gut. Unser Problem kommt erwiesenermaßen von dem großen Anteil an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Das darf man in der heutigen Zeit der political correctnes allerdings wohl nicht mehr so laut sagen.
360Grad: Nun nochmal konkrett, was hat Ihnen ihre Schulzeit konkret für Ihr weiteres Leben gebracht?
Strobel: Ich habe viel gelernt, insbesondere auch Sprachen und das hat mir für mein Leben außerordentlich viel gebracht.
360Grad: Beenden Sie folgenden Satz: Wäre ich nochmals Schüler, würde ich… anders machen
Strobel: Wäre ich nochmals Schüler, würde ich manches anders machen, vieles aber genauso wie ich es getan habe.
360Grad: Vielen Dank für das freundliche Interview!
Bild: www.triberg.de Letztes Update : 08.03.2009 18:36
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